Fragen und Antworten

Nicht noch ein Reiki-System!

Source-Reiki unterscheidet sich deutlich von anderen „neuen“ Reiki-Systemen. Das System besteht nicht aus hinzugefügten Elementen anderer Sinnzusammenhänge oder meiner eigenen Fantasie. Es gibt keine neuen Symbole, keine noch höheren Grade, keine Kontrollanweisungen für die Energie. Wenn du schon ein Reiki-System erlernt hast, so wird Source-Reiki für dich aus neuen Einsichten bestehen und der Kunst des Weglassens alles Hinderlichen, weniger aus dem Erlernen neuer Techniken. Source-Reiki ist keine Technik. Es ist keine Methode der Energie-Manipulation. Es ist eine Einladung, ein Gespür für die Wege der Energie zu entwickeln und sich mit ihr durch bewusste Teilhabe zu verbinden.

Letztendlich geht es darum Reiki zu sein und zu leben – im förderlichen und gleichwertigen Austausch mit unseren Mitspielern im lebendigen Netz der Verbundenheit allen Seins. Die Anzahl der Zeremonien, Rezepte und Hilfsmittel, die wir hierfür benötigen, ist erstaunlich gering – es gibt nämlich keine. Das Werkzeug sind wir selber. Zeremonien gehören in die Kirche und werden für Source-Reiki nicht benötigt. Und Rezepte? Rezepte gaukeln uns für gewöhnlich nur eine Kontrolle über die Energie vor, die wir tatsächlich gar nicht haben.

Welche Lehr-Struktur hat das Source-Reiki-System? Wie viele Grade gibt es?

Source-Reiki benötigt keine Lehr-Struktur. Es gibt ein Seminar, das zwar nicht zwingend notwendig, allerdings höchst empfehlenswert ist, da die Interaktionen der Teilnehmer untereinander und mit der Energie den Prozess verstärken und seine Wahrnehmung verdeutlichen. Die förderlichen Einflüsse von Gruppenprozessen (zum Beispiel bei der Meditation in der Gruppe) setze ich hier als bekannt voraus. Weitere Seminare wären denkbar um die Verbundenheit zwischen den Anwendern und den gleichberechtigten Austausch zwischen ihnen zu fördern. Dies sollte aber nicht als Lehr- oder Einweihungsstruktur missverstanden werden. Das Bild von einem Netzwerk gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Forschens wäre angemessener.

Hierfür gibts es unter www.source-reiki.de auch eine Internet-Plattform.

Grade gibt es bei Source-Reiki nicht, da auch sie nicht benötigt werden.

Keine Grade? Also auch keine Source-Reiki-Meister?

Keine Source-Reiki-Meister, lediglich mit der Energie vertrautere und geübtere Anwender (von denen man lernen kann.) Unter einem Reiki-Meister verstehe ich nicht jemanden, der Reiki gemeistert hätte, sondern vielmehr jemanden, der von Reiki gemeistert worden ist - jemanden, der das Vertrauen entwickelt hat, der universellen Intelligenz die Führung zu überlassen. In dieser Zurücknahme besteht keine Notwendigkeit mehr für Meister-Titel.

Ich selbst betrachte mich in diesem Zusammenhang eher als eine Art Geburtshelfer und vielleicht als nahe liegender Ansprechpartner oder Mentor, wenn dies für jemanden wünschenswert sein sollte. Die Bezeichnung 'spiritueller Freund' bevorzuge ich, und auch das nur weil mir mittlerweile eine gewisse Erfahrung zu Teil geworden ist.

Keine Meister? Wer vollzieht denn dann die Einweihung?

Das, was im Allgemeinen als 'Einweihung' oder 'Einstimmung' bezeichnet wird, nenne ich einfach 'Reiki-Aktivierung'. Doch im Grunde genommen wird da nichts aktiviert, was nicht sowieso schon vorhanden wäre. Wir sind mit der Quelle allen Seins schon allein dadurch verbunden, dass es uns gibt. Wir müssen mit ihr nicht wieder verbunden werden, sondern uns nur an unsere Verbundenheit erinnern. Dies geschieht einfach dadurch, dass wir die Universelle Lebensenergie in die eigene Wahrnehmung einladen. Im Allgemeinen ist das über die Hände am einfachsten, da hier unsere Empfindsamkeit für die Reiki-Energie (zumindest am Anfang) am stärksten zu sein scheint. Unter praktischen Gesichtspunkten ist der Begriff ‚Aktivierung’ dennoch passend, da wir erst dann zu bewussten „Mitspielern“ im energetischen Geschehen werden, wenn wir gelernt haben, die Reiki-Energie zu erkennen. Die Reiki-Aktivierung ist dabei sehr hilfreich. Sobald diese Wahrnehmung dann zweifelsfrei vorhanden ist, können wir zu einem bewussten und aufmerksamen Teilhaber im Reiki-Geschehen, zu einem Partner in der Heilung, werden.

Auch die Reiki-Aktivierung, kann dann weitergegeben werden – im Prinzip sogar unmittelbar im Anschluss an die eigene Aktivierung.

Das ist wie mit einer brennenden Kerze und anderen Kerzen, die erst noch angezündet werden wollen. Die zweite Kerze wird an der ersten entflammt. Für die dritte Kerze ist es aber schon unerheblich, ob sie von der ersten oder der zweiten Kerze entzündet wird – Hauptsache, sie beginnt selbst Licht zu geben. Und so setzt sich das fort. Grundsätzlich brauchen wir nur irgendeine brennende Kerze um unser Licht daran anzuzünden. Brennende Kerzen erkennt man daran, dass sie Licht spenden – nicht daran, dass sie „ein Zertifikat des Leuchtens“ an der Wand hängen haben.

Woran ist die Energie denn zu erkennen?

Es gibt keine bestimmte festgelegte Art, wie sich die Universelle Lebensenergie anfühlen muss. Jeder nimmt die Energie auf seine eigene aber für ihn wieder erkennbare Weise wahr.

Kribbeln, Hitze, Kälte, ein Gefühl wie in einem Handschuh, Taubheit, Druck, Schieben, magnetische Abstoßung oder Anziehung, ein leichtes oder schweres Gefühl, wie das Ziehen eines Gummibandes oder Kaugummis, ein Gefühl wie Wind oder Dampf oder eine leichte Brise …

Das sind alles mögliche Empfindungen - und die Liste ist sicherlich nicht vollständig. Am häufigsten sind nach meinen Erfahrungen das Empfinden von Kribbeln und/oder Wärme in verschiedener Stärke. Die anderen Wahrnehmungen treten eher bei einer Nah-Anwendung für jemand Anderen auf, während sich die eigenen Hände in dessen Energiefeld bewegen.

Gibt es Übungen um das Wahrnehmungsvermögen zu steigern und wenn ja, welche?

Solche Übungen gibt es. Die wichtigsten Faktoren sind Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und die Beibehaltung einer entspannten und spielerischen Ausrichtung im Umgang mit der Energie.

Wenn die Energie wenigstens in geringem Maße in einer Hand wahrgenommen wird, so kannst du die Wahrnehmung verstärken, in dem du deine Aufmerksamkeit auf diese Hand und die Energie richtest. Ich meine damit nicht Konzentration und einen „eisernen Willen“, sondern eine gelassene, entspannte Aufmerksamkeit mit einer inneren Haltung der leicht gesteigerten Erwartung. Aber keine ergebnisorientierte Erwartung, sondern so als wäre dir gesagt worden „Gleich wird etwas Wunderbares passieren.“ ohne eine beigefügte Erklärung, worin dieses Wunderbare bestehen soll. Sei bereit, die Energie zu empfangen. Du kannst die Energie nicht zwingen, aber du kannst offen für sie sein.

Ist die Wahrnehmung deutlicher geworden, kannst du mit deiner Aufmerksamkeit zu deiner anderen Hand wechseln. Und wieder zurück zur ersten Hand. Hin und her, zunächst im langsamen Wechsel. Variiere dann die Geschwindigkeit des Wechsels. Du kannst durch diesen Wechsel der Aufmerksamkeit die Wahrnehmung der Energie wie einen Ball von einer Hand zur anderen springen lassen, oder in einem anderen Tempo wie einen Ballon schweben lassen. Spiele damit, experimentiere damit. Benutze deine Fantasie und lasse dich auch dabei von der universellen Intelligenz führen.

Wie „funktioniert“ die Reiki-Aktivierung bei Source-Reiki?

Nun, was Source-Reiki anbelangt, so kann ich das, was in jedem anderen System das große Geheimnis ist, mit wenigen einfachen Worten verraten. Genau genommen habe ich das schon zur Hälfte getan, als ich von der Einladung der Energie in die eigene Wahrnehmung gesprochen habe.

Die andere Hälfte besteht in der Entdeckung, dass die Reiki-Aktivierung dem Resonanz-Prinzip folgt. Es ist wie bei einem Saiteninstrument, das anfängt mitzuschwingen, wenn ein anderes im selben Raum gezupft wird. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass jemand mitschwingen kann, während die Energie bei jemand anderem gerade aktiv ist. Die niedrigere Frequenz schwingt sich dabei auf die höhere ein. Das kann bewusst wahrgenommen werden und dadurch steht diese höhere Frequenz, weil sie dem eigenen Energiesystem jetzt „bekannt“ ist, anschließend dauerhaft zur Verfügung. Idealerweise geschieht dieser Vorgang im persönlichen Beisammensein.

Diese Art der Reiki-Aktivierung ist erheblich einfacher und auch natürlicher als bei den bisherigen Reiki-Systemen. Trotz dieser Schlichtheit empfinde ich die Energie als von einer höheren Frequenz als mir bis dahin von Reiki bekannt.

Die Reiki-Aktivierung kann auch über die Entfernung geschehen und ist dabei von Raum und Zeit unabhängig. Dies wurde schon vor Jahren unzählige Male (auch unter meiner Beteiligung) von der GRMA (Global Reiki Masters Association) bei zahlreichen Ferneinweihungen von Gruppen in alle Grade des Usui-System gleichzeitig demonstriert.

Es ist durchaus möglich, dass dir diese Aktivierung - wenn du dafür offen bist - schon während des Lesens dieses Handbuchs zukommt. Bei mir selbst ist diese neue Aktivierung während des „Empfangs“ der Source-Reiki-Informationen geschehen. (Fußnote 1)

Der Vorgang der Aktivierung ist verblüffend einfach. Es hat nichts mit geheimen und einzig korrekten Ritualen zu tun, von denen „der Einzuweihende“ üblicherweise nicht viel mitbekommt. Es ist ein ganz schlichter und „zweckmäßiger“ Vorgang, der keine besonderen Umstände oder Vorbereitungen erfordert - und der dabei überprüfbar ist, weil er von beiden (oder auch mehreren) Beteiligten voll bewusst erlebt wird. Einzige Voraussetzung bei diesem Ablauf ist die Bereitschaft beider Partner diese Resonanz geschehen zu lassen, eine Voraussetzung, die bei einer „normalen“ Reiki-Anwendung üblicherweise nicht gegeben ist – aber gegeben sein kann!

  1. Der „Aktivierende“ lädt Reiki in die eigene Wahrnehmung ein und lässt zu, dass sich die Energie von seinen Händen ausbreitet.

  2. Wenn die Wahrnehmung der Energie und ihrer Ausstrahlung klar vorhanden ist (für gewöhnlich ein Vorgang von wenigen Sekunden), bringt der „Aktivierende“ seine Hände in die Nähe der Hände des „Empfängers“ bzw. lässt diesen seine Hände (einzeln oder gemeinsam, aber nicht zusammengehalten) für einige Minuten ohne Berührung zwischen seine eigenen Hände halten.

  3. Der „Empfänger“ lädt seinerseits die Energie in seine Wahrnehmung ein indem er die Aufmerksamkeit auf seine Hände richtet bzw. (denn dies ist ein eher passiver Vorgang) er erlaubt es sich, für die Wahrnehmung der Energie in seinen Händen empfänglich und offen zu sein.

Das ist schon alles.

Die Hände aller Beteiligten haben dabei eine lockere, entspannte und natürliche Haltung. Genau die Haltung, die deine Hände von ganz alleine einnehmen, wenn du gerade nichts mit ihnen machen willst. Diese Handhaltung gilt für alle Source-Reiki-Anwendungen.

Wenn das Prinzip verstanden ist, kann die Aktivierung mehrerer Empfänger einzeln nacheinander, aber auch gleichzeitig, geschehen. Es ist sogar möglich, dass gar keine „formale“ Reiki-Aktivierung notwendig ist, wenn der „Reiki-Aktivierende“ die Energie in einem Maße „ausstrahlt“, dass alle Anwesenden damit in Resonanz gehen können. Und, offen gesagt, die Aktivierung während des Lesens dieses Textes, könnte nicht erfolgen, wenn es nicht auch die Möglichkeit gäbe, mit der Quelle der Energie direkt in Resonanz zu gehen – also gänzlich unabhängig von einem „Reiki-Aktivierenden“. Diese Bestätigung ist möglicherweise der wichtigste Aspekt von Source-Reiki.

Dieses Prinzip der „Übertragung“ bezeichne ich als 'Resonanz'. Es ist keine Einweihungszeremonie, der blind gefolgt wird ohne auch nur zu ahnen, was da vor sich geht. Manchmal nenne ich diesen Vorgang auch scherzhaft 'Ansteckung'; denn auf diese Weise kann sich die Reiki-Aktivierung wie eine Grippewelle verbreiten – und wünschen wir uns das als Reiki-Anwender nicht eigentlich? Vielleicht passieren Reiki-Aktivierungen demnächst während Menschen miteinander in der U-Bahn fahren. Wer weiß.

Wir brauchen nur einen „Reiki-Anwender“, dem die Energie „aus allen Poren fließt“ ... und in seiner Nähe jemanden, der dafür empfänglich ist - und schon passiert die Resonanz. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang und überhaupt nichts Mysteriöses.

Funktioniert diese Aktivierung immer und bei jedem?

Ja. Das ist wie bei anderen Reiki-Systemen auch - denn es ist dieser Vorgang der Resonanz, der den tatsächlich wirkkräftigen Teil bei allen Reiki-Einweihungen darstellt. Die Meisten können die Energie unmittelbar während der Aktivierung wahrnehmen. Bei anderen verstärkt sich die Wahrnehmung während des Seminars und des bewussten Umgangs mit Reiki. Bei einigen Wenigen wird die Wahrnehmung erst einige Tage oder Wochen nach dem Kurs deutlicher. Die Aktivierung selbst geschieht immer und sofort. Danach kann die universelle Lebensenergie bei jeder einzelnen Reiki-Sitzung selbstständig aufs neue in unsere Wahrnehmung eingeladen werden.

Gibt es so etwas wie eine Reinigungsphase und wenn ja, wie lange dauert diese?

Durch eine Reiki-Aktivierung geschieht eine gutartige, beschleunigte und dauerhafte Transformation in deinem System/Organismus (auf allen Ebenen) - eine Veränderung, die auch auf den Rest des Universums Einfluss nimmt. Diese Veränderung hört nicht wieder auf. Es gibt eine alte esoterische Weisheit: „Eine wahre Einweihung endet nie.“ Das ist so.

Nach der Reiki-Aktivierung gibt es zu Beginn üblicherweise einen etwa dreiwöchigen „Anpassungsprozess“. In dieser Zeit stabilisiert sich dein energetisches System auf gewissermaßen „höherer Ebene“ und etabliert ein neues energetisches Gleichgewicht. Auch die Hirnforschung bestätigt, dass etwa 21 Tage benötigt werden um neue Informationen in den Bestand einzuordnen. Zumindest in diesen ersten drei Wochen sollte daher täglich intensiv mit der Energie „gespielt“ werden um diesem Prozess einen Raum zur Entfaltung zu geben. Sonst ist er einfach etwas langsamer.

Eine so genannte Reinigungsphase mit mehr oder weniger deutlichen Symptomen geschieht nur, wenn dem Empfänger der Aktivierung eine diesbezügliche „Programmierung“ gegeben wird oder er eine solche schon vor seiner Aktivierung erhalten hat. Solche Programmierungen gebe ich bei meinen Seminaren nicht. Ich bin brennend interessiert an dem, was lebendige Wirklichkeit ist. Ich interessiere mich nicht für das, was nach irgendeiner Ideologie und aus welchen Gründen auch immer, sein oder nicht sein sollte - und wofür dementsprechend eine Erwartung erzeugt werden kann. Wir Menschen neigen dazu, unsere Erfahrungen vorgegebenen Mustern anzupassen. Die Erfahrungen nach einer Reiki-Aktivierung sind aber für die meisten Menschen gänzlich neu – und vorgegebene Muster können ihnen daher nicht gerecht werden. Mehr Sinn macht es, diese Erfahrungen offen und vertrauensvoll auf sich zu kommen zu lassen – ohne direkt in unserem Verstand nach Erklärungen zu suchen.

Natürlich können nach einem Seminar Fragen oder Unklarheiten auftauchen. Für eine dabei vielleicht gewünschte Klärung und Unterstützung stehe ich mit allen mir zugänglichen Möglichkeiten auch nach diesen erwähnten 21 Tagen zur Verfügung.

Welche Möglichkeiten der Anwendung gibt es?

Hierfür müssen wir uns zunächst bewusst werden, dass Heilung immer Selbstheilung bedeutet und von innen kommt. Das bedeutet, wenn wir es im Prozess der Heilung mit einem anderen Menschen zu tun haben, dann verbinden wir uns mit ihm bzw. seinem Energiefeld und heilen uns dann selbst. Dabei ist der andere Mensch nicht Klient, Patient oder einfach nur „Empfänger der Energie“, sondern unser gleichberechtigter Mitspieler in diesem Prozess, selbst wenn er dabei scheinbar untätig auf einer Massageliege ruht. Wir sind Partner in der Heilung und unser Partner macht gerade seine eigene Erfahrung mit der Energie

Grundsätzlich schränkt uns Source-Reiki in unseren Anwendungsmöglichkeiten nicht ein. Die Grenzen möglicher Anwendungen sind die Grenzen unserer Vorstellungskraft. Es ist aber so, dass sich manche gewohnten Anwendungen oder Abläufe erübrigen, da Source-Reiki von unserer essenziellen Einheit ausgeht und kein Bild der Trennung entwirft. Gerade hierin liegt auch die Einfachheit des Systems begründet.

Zur Verdeutlichung können wir die grundlegenden Anwendungen wie folgt unterteilen:

Reiki-Anwendungen für sich selbst.

Reiki-Anwendungen für „etwas anderes“, z.B. ein anderes „Wesen“ (ich halte diesen Begriff absichtlich so unbestimmt) oder auch für „Situationen“ bzw. „Gebiete“.

Die letztere Anwendungsart können wir dann unterscheiden in Nah- und Fernanwendungen. Nahanwendung meint eine Anwendung in körperlicher Anwesenheit eines anderen Wesens. Bei Fernanwendungen hingegen ist das andere Wesen körperlich nicht anwesend, sondern wird auf geistiger Ebene bewusst in den Prozess mit einbezogen. Bei Fernanwendungen gibt es weder räumliche noch zeitliche Beschränkungen. Fernanwendungen können sich sowohl auf etwas am anderen Ende der Welt als auch auf etwas in der sogenannten Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft beziehen.

Keine dieser Anwendungen erfordert den Gebrauch von Symbolen oder komplizierten Vorgehensweisen. Sie sind einfach und natürlich, tatsächlich selbstverständlich und folgerichtig.

Grundsätzlich vermeiden wir bei den Anwendungen den Gebrauch von vorgegebenen Schemata oder Mustern. Die Wirklichkeit und auch das energetische Geschehen ist in jedem Moment neu und erfordert von uns kein medizinisches oder „Höheres Wissen“, sondern lediglich unsere bewusste Teilnahme und Aufmerksamkeit.

Die Reiki-Handpositionen (4 Kopfpositionen, 4 Positionen am Oberkörper (Fußnote 2), sowie einige Zusatzpositionen (Fußnote 3) werden im Seminar als „Start-Hilfe“ für diejenigen herangezogen, die vielleicht zu Beginn noch keine klare Wahrnehmung der Energie haben mögen. Sie sind keinesfalls als „um jeden Preis“ beizubehaltendes Anwendungs-Schema zu verstehen. Im Gegenteil, wenn die Wahrnehmung erst einmal klarer und deutlicher geworden ist, lassen wir uns von dieser intuitiv leiten.

Grundsätzlich arbeiten wir bei Source-Reiki im gesamten Energiefeld unseres Partners, wobei wir unserer Wahrnehmung der Energie folgen und mir ihr spielen. Source-Reiki vermittelt hierfür nicht einen bestimmten und einzig korrekten Handlungsablauf, sondern vielmehr eine Weise des Seins und Dabeiseins, aus der alles andere natürlich folgt.

Eine direkte Berührung erfolgt bei Source-Reiki üblicherweise nicht, um unsere Wahrnehmungen und die unseres Partners nicht auf das körperlich Spürbare zu begrenzen. Es kann jedoch auch eine bewusste Entscheidung für das „Handauflegen“ unter Hinnahme der erwähnten Begrenzungen getroffen werden, wenn Gründe dafür vorhanden sein sollten – beispielsweise, wenn unser Partner sich lediglich entspannen oder die tatsächliche Berührungen genießen möchte. Das heißt nicht, das nicht auch anderes dabei geschehen kann, wir haben lediglich weniger Möglichkeiten für die energetische Wahrnehmung, da unsere Aufmerksamkeit dafür von dem körperlichen Sinneseindruck durch die Berührung teilweise überlagert wird, der im Allgemeinen einen stärkeren Reiz darstellt. Reiki fließt, selbst wenn wir die Energie gerade nicht wahrnehmen können. In diesem Fall ist dann vielleicht das direkte Handauflegen angemessener, wobei auch hierbei die Positionen für die Hände intuitiv gewählt werden sollten. Ich empfehle, vorgegebene „Standardprotokolle“ zu vermeiden, sobald die energetische Wahrnehmung vertrauter ist. Im Source-Reiki-System ist nichts verboten – es geht lediglich um das Weglassen unnötiger Begrenzungen.

Bei Selbstanwendungen und Fernanwendungen legen wir die Hände übrigens auf, da wir dabei den ganzen Körper von der Energie „fluten“ lassen – und irgendwo müssen wir die Hände ja lassen.

Wie sehen die Anwendungen im Einzelnen aus?

Reiki-Anwendung für dich selbst (im Sitzen oder bevorzugt im Liegen): Lade die universelle Lebensenergie über deine Hände in deine Wahrnehmung ein. Wenn du die Energie in deinen Händen deutlich spüren kannst, lege sie auf deinem Körper ab. (Ich lege meine Hände gerne auf die Oberschenkel.) Lass es zu, dass sich die Energie ausbreitet – lass deinen Körper von der Energie fluten. Erlaube es, dass die universelle Intelligenz der Energie die Führung übernimmt bis es in deiner Wahrnehmung nur noch die Energie gibt. Verbleibe in diesem Zustand solange du möchtest. (Falls du dies abends im Bett tust und dabei erst am nächsten Morgen wieder auftauchst, so ist auch das in Ordnung.) Du kannst diese Anwendung sowohl mit offenen als auch mit geschlossenen Augen machen. Finde den Unterschied für dich selbst heraus. - Dauer: etwa 15 – 30 Min.

Fern-Reiki-Anwendungen für „etwas anderes“: Es ist zunächst derselbe Ablauf wie bei einer Selbst-Anwendung. Sobald du spüren kannst, wie die Energie durch dein ganzes Wesen strömt, kannst du das andere Wesen einladen. Hierfür stellst du dir lediglich vor, dass dieses Wesen bei dir wäre und dass sich eure Energien verbinden. - Dauer: etwa 7 - 15 Min.

Zwischenfrage: Brauche ich für Fern-Reiki die Erlaubnis des Anderen?

Wenn Folgendes klar ist, beantwortet sich die Frage von selbst: Wir können die Energie niemandem aufzwingen, der sie nicht auf irgendeiner Ebene seines Seins empfangen möchte – und das muss nicht seine bewusste Ebene sein. Im übrigen schicken oder senden wir die Energie nicht. Sie ist überall vorhanden. Wir unterstützen den Anderen insofern, als wir mit dieser Energie in einen bewussten Austausch treten und ihn dabei miteinbeziehen. Wenn du länger mit Reiki vertrauten Umgang pflegst, wirst du vielleicht bemerken, dass dieser Vorgang oft oder sogar überwiegend geschieht ohne dass du dich bewusst dafür entschieden hättest. Dich hat einfach etwas angerührt und wie im Reflex reagiert dein Energiekörper. Und das ist gut. Mitgefühl kann so zu einer natürlichen Haltung deines Wesens werden.

Verstehe deine Beteiligung im Fern-Reiki-Prozess also einfach als ein Angebot an den Anderen, als ein dich zur Verfügung stellen, das nicht angenommen werden muss – aber gewiss in dem Maße wirksam ist, in dem es wirksam sein soll. Auf jeden Fall ist es für dich wirksam. Erinnere dich: jede Heilung ist Selbstheilung und mit deiner eigenen Heilung veränderst du die Welt zum Besseren. Bevor du meinst, die Welt retten zu müssen, rette erst einmal dich selbst.

Du musst also nicht erst um Erlaubnis fragen. Dennoch gilt: wenn du weißt, dass jemand auf diese Weise nicht von dir bedacht werden möchte (dies vielleicht sogar ausdrücklich gesagt hat), dann versteht es sich aus Respekt vor dem anderen von selbst, dass du jede bewusste Einmischung dieser Art zu unterlassen hast.

Nah-Reiki-Anwendung für jemand Anderen: Zunächst ein wenig Grundsätzliches zu dieser Art Anwendung. Sorge zunächst für eine angenehme Umgebung (soweit das im Bereich deiner Möglichkeiten liegt.) Die räumlichen Gegebenheiten sollen es einem anderen Menschen ermöglichen, sich zu entspannen und in einen Zustand des Wohlbefindens zu gleiten. Sorge für saubere und klare Luft. Keine Duftstoffe (Räucherstäbchen oder Duftlampen.) Ebenso keine Musikuntermalung (auch nicht New-Age-, Entspannungs- oder spezielle Reiki-Musik), es sei denn, du hättest dafür einen guten Grund – z.B. einen sehr unruhigen Partner, dem ruhige Musik bei der Entspannung helfen könnte. An sich hat aber Reiki selbst schon eine sehr entspannende Wirkung.

Der Grund hierfür besteht darin, dass wir die Wahrnehmungen und Erfahrungen unseres Partners in der Heilung nicht programmieren oder irgendwie vorgeben wollen. Durch Musik kann das sehr leicht geschehen. Stell dir vor, ein Engel möchte mit deinem Partner oder dir sprechen und ihr könnt ihn nicht hören, da ihr euch gerade in der Musik verloren habt. Dies ist auch der Grund, warum wir keine zusätzlichen Duftnoten (das gilt auch für Parfum oder Rasierwasser) einbringen. Wir weisen auch unseren Partner in der Heilung rechtzeitig darauf hin. Wir möchten einen möglichst neutralen aber angenehmen Raum für das Reiki-Geschehen haben.

Aus diesem Grund ist die direkte Berührung beim Source-Reiki auch eher die Ausnahme als die Regel. Für den Tanz der Energie ist es nicht notwendig - und warum sollten wir die Erfahrung unseres Partners beeinflussen wollen. Es ist bei Reiki nicht unüblich Berührungen durch andere wohlwollende Wesen zu erhalten. Wir möchten, dass unser Partner dies unterscheiden und sich seiner Wahrnehmung sicher sein kann.

Wir weisen unseren Partner auf die „ideale innere Haltung“ hin: Dies ist ein Zustand gesteigerter Erwartung ohne dass diese Erwartung auf eine bestimmte Erfahrung oder ein bestimmtes Ergebnis gerichtet wäre. Es geht einfach darum, sich zu entspannen und seinen Sinnen (bei geschlossenen Augen) erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Obwohl es nicht unsere Absicht ist, unseren Partner in Trance oder Schlaf zu versetzen, so ist das doch in Ordnung, wenn es passiert. Es ist dann einfach das, was der Partner gerade am Nötigsten braucht.

Auch für den „aktiveren“ Partner ist eine Haltung gesteigerter Erwartung und erhöhter Aufmerksamkeit angeraten. Genau genommen ist dies ein Zustand zwischen Schlafen und Wachen, bei dem die Bewegungsmöglichkeit des Körpers erhalten bleibt. Die Augen sollten offen bleiben um die möglichen Reaktionen des Partners zu registrieren und diese in die Wahrnehmung und Interaktion mit der Energie einzubeziehen.

Der genaue Ablauf ist nicht beschreibbar, da er immer wieder neu und anders ist und sich auch von Person zu Person anders gestaltet. Es gibt aber ein paar grundsätzliche Anhaltspunkte:

Dauer: etwa 15 – 45 Min.

Das hört sich nicht gerade einfach an.

Dieses „Spiel in der Luft“ ist gewissermaßen tatsächlich eine „anspruchsvollere“ Anwendung als wir es von Reiki gewohnt sind. Aber es hört sich komplizierter an, als es wirklich ist. Wenn man eine solche Nah-Anwendung z.B. in einem Seminar einmal gesehen und erfahren hat, ist das hier Geschilderte offensichtlich und fällt leicht.

Wenn die Wahrnehmung der Energie in den Händen angekommen und der Kontakt mit dem Energiefeld des Partners hergestellt ist, fließt alles Weitere ganz natürlich und von alleine. Es ist wirklich ganz einfach. Du brauchst nur deinen Eigenwillen „aus dem Weg“ zu nehmen, indem du dich der Führung überlässt. Unter Umständen musst du dich aber von der Vorstellung befreien, diese Art, mit Reiki zu spielen, würde „komisch“ aussehen.

Ansonsten steht es dir selbstverständlich frei, auch mit direktem Handauflegen zu arbeiten. Wobei allerdings auch hier keinem vorgegebenem Schema gefolgt werden sollte.

Was ist unter 'Reaktionen' zu verstehen?

Mit ‚Reaktionen’ sind wahrnehmbare Veränderungen bei dir und/oder deinem Partner gemeint. Wenn wir unserer Aufmerksamkeit folgen und „im Fluss bleiben“ können sich diese Reaktionen verstärken.

Welche Reaktionen auftreten, ist im Einzelnen nicht vorhersehbar. Unter anderem folgende Reaktionen sind möglich:

Bei dir:

Bei deinem Partner:

Was ist mit den Reiki-Lebensregeln?

Ich vermittele die Reiki-Lebensregeln in ihrer ursprünglichen Form, in der sie auf der ‚Gedenktafel zu Usuis Ehren’ im Februar 1927 festgehalten wurden. Einen rituellen oder zeremoniellen Umgang, wie in dieser Inschrift angedeutet, fördere ich aber nicht – auch nicht das Rezitieren der Lebensregeln auf Japanisch (das überlasse ich japanischen Reiki-Anwendern.)

Diese Lebensregeln sind für die bewusste Auseinandersetzung mit ihnen gedacht, nicht um mit ihnen einen Kult zu betreiben. Sie sind auch nicht als Affirmationen zu verstehen (dafür wäre auch die Art ihrer Formulierung nicht geeignet.) Sie sollten aber im Anwender präsent bleiben.

Die geheime Methode, Segnungen einzuladen.

Die spirituelle Medizin für viele Beschwerden.

Gerade heute:

Ärgere dich nicht.

Sorge dich nicht.

Sei dankbar.

Arbeite hart.

Sei freundlich zu Anderen.

Anzumerken ist, dass sich „Arbeite hart.“ hier nicht auf den Broterwerb bezieht, sondern auf den spirituellen Weg der Selbsterkenntnis. Allerdings ist hier kein verbissenes Bemühen um Erleuchtung oder Selbstvervollkommnung gemeint, sondern vielmehr einfach eine klare Ausrichtung auf den Weg und seine Richtung. Gemeint ist ein hingebungsvolles Engagement. Hinweise hierfür finden sich in den anderen vier Lebensregeln.

Ich vermittele diese Lebensregeln nicht als moralische Vorschriften, die unbedingt befolgt werden müssen, sondern als Anstoß für die eigene Meditation sowie insbesondere auch als eine reale Möglichkeit, wie wir durchs Leben gehen können. Es ist keine Frage, dass wir gerne in einer Welt leben würden, in der wir und unsere Mitmenschen diesen Regeln mit unserem Leben und Verhalten ganz natürlich Ausdruck verleihen.

Gibt es bei Source-Reiki Symbole?

Sinn und Zweck der 5 Reiki-Symbole (inkl. des Kanji-Zeichens für ‚Reiki’ in seiner ursprünglichen Form) ist es, bestimmte Informationen zu transportieren und verfügbar zu halten. Insofern werden sie im Source-Reiki-System als „normale“ Schriftzeichen betrachtet. Drei der „Symbole“ sind chinesische Schriftzeichen (Kanjis), ihr Name ist ihre Schreibweise. Die Schriftzeichen der anderen beiden Symbole, die als „Bilder“ weitergegeben wurden, lassen sich daher über ihre Namen rekonstruieren. Diese Schriftzeichen sind übersetzbar und damit auch verstehbar.

Es geht nicht darum, mit den Symbole so eine Art „Zauberformel“ zu haben, mit der wir die Energie vorgeblich kontrollieren könnten – so als würden wir auf einen magischen Knopf drücken um Ergebnisse zu erzielen. Dies würde den Grundlagen von Reiki (auch im Usui-System) massiv widersprechen. Reiki ist nicht Magie, sondern ein Weg der Bewusstwerdung und der Heilung.

Das Source-Reiki-System vermittelt aber durchaus informell die Essenz der Symbole (so wie es auch in diesem Handbuch geschieht), so dass diese Wesensinhalte gelebt werden können, weil sie verstanden werden. Einen tatsächlichen Umgang mit den Symbolen, z.B. durch ihr Zeichnen oder Visualisieren, gibt es bei Source-Reiki nicht und ist auch nicht notwendig. Wir pflegen den Umgang mit der universellen Lebensenergie, nicht den mit ihren symbolischen „Stellvertretern“. (Fußnote 4)

Welche Rolle spielen Rituale bei Source-Reiki?

Rituale sind ausgearbeite und präzise Abläufe, die den Sinn haben, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf eine bestimmte, vorhersehbare Weise auszurichten. So verstanden sind Rituale hilfreiche und sinnvolle Werkzeuge auf die auch das Source-Reiki-System nicht verzichten will. Die schon erwähnte Reiki-Aktivierung ist beispielsweise solch ein Ritual.

Leider kann dieses Verständnis von Ritualen nicht als Allgemeinwissen vorausgesetzt werden. Auch im Zusammenhang mit Reiki tauchen „Rituale“ (besser gesagt: „Zeremonien“) oft als liebgewordene Gewohnheiten bzw. als einfach vorgegebene aber nicht verstandene Abläufe auf. So können Rituale zwar zur Tradition werden, sind aber nur noch bedingt nützlich, wenn der Sinn und Zweck der einzelnen Ritualbestandteile nicht verstanden wird oder die Ansicht besteht, es ginge um etwas ganz anderes als um die Ausrichtung der Aufmerksamkeit. Gerade auch in der Reikiszene ist die Meinung nicht selten, die direkte Manipulation von Energie solle bezweckt werden und man müsse dafür nur getreulich bestimmten Anweisungen folgen. Dies ist ein eher magisches Verständnis, das schon etwas länger nicht mehr zeitgemäß und den tatsächlichen Vorgängen bei einem Ritual in keinster Weise angemessen ist.

Das Geschehen auf energetischer Ebene ist aber immer wieder anders und nicht vorhersehbar. Daher können wir diesem Geschehen mit ritualistischen oder formelhaften Abläufen nicht gerecht werden, wenn unsere Aufmerksamkeit nicht beim Geschehen selbst ist und wir stattdessen nur bestimmte Handlungen ausführen ohne zu wissen, was und warum wir gerade dies machen. Wir können dem Reiki-Geschehen dadurch im Weg stehen, dass wir versuchen in Gewohnheiten Sicherheit zu finden, ohne zu bemerken, dass sich hinter diesen ritualähnlichen Abläufen und Mustern unsere Angst vor dem Unbekannten und Unwägbaren verbirgt. Wir stehen damit deshalb im Weg, weil unsere Aufmerksamkeit nicht bei dem wirklichen Geschehen ist, sondern vielmehr mit einer bloßen Vorstellung beschäftigt ist. Mit solchen Abläufen wollen wir uns nur selber vormachen, wir wüssten tatsächlich, was wir tun. Wir haben anscheinend Angst davor herauszufinden, dass wir dies vielleicht tatsächlich nicht wissen. Oder wir möchten die Erkenntnis vermeiden, dass sowohl ein bestimmtes Verständnis als auch eine Wirksamkeit eher Bewusstheit und Aufmerksamkeit als die „richtige und originale Zeremonie“ erfordern.

In solchen „Ritualen“, die bessser als liebgewonnene bzw. übernommene Gewohnheiten bezeichnet werden sollten, kommt vielmehr unser mangelndes Vertrauen in das Wohlwollen der Existenz zum Ausdruck. Wir wollen uns damit auf eine Weise „rückversichern“, die in Wirklichkeit eher das Gegenteil von dem erzeugt, was eigentlich erreicht werden sollte. So bestärken wir beispielsweise mit „Schutzritualen“ nur unsere Angst und unsere falsche Annahme, wir müssten uns überhaupt schützen. Auch mit „hochheiligen“ Einweihungsritualen wollen wir doch nur etwas sicherstellen, was doch schon längst sicher ist - und bestärken damit die falsche Annahme, wir müssten „Bedingungen“ erfüllen, um Zugang zur Quelle der Heilung zu erhalten – oder jemand anderem zu „gewähren“.

In wirklichen und wirksamen Ritualen, wie der Reiki-Aktivierung beim Source-Reiki, findet hingegen genau das statt, als was es auch beschrieben wird: die Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung der universellen Lebensenergie. Das ist Sinn und Zweck des „Einweihungsrituals“ und einzige Notwendigkeit für den bewussten Umgang mit Reiki. Eine Manipulation der universellen Lebensenergie findet dabei nicht statt und ist weder nötig noch überhaupt möglich.

Wenn wir die Rituale, die wir nutzen, nicht verstehen, dann sind es keine Werkzeuge sondern Spielzeuge. Mit Spielzeugen können wir so tun als ob. Wir können so tun als ob wir ein Zauberer wären, ein Astronaut oder ein Arzt. Wir können auch so tun, als wären wir „Reiki-Meister“. Aber Spielzeuge machen uns nicht dazu und sie machen auch nicht unsere Handlungen oder Fantasien automatisch wirksam. Als Kinder brauchen wir Spiele und Spielzeug und wir proben damit in gewisser Weise in einem geschützen Rahmen den „Ernstfall“. Das ist richtig und wichtig ... für Kinder. Als Erwachsene aber müssen wir die Spiele und die Spielzeuge der Kindheit hinter uns lassen. Nur so werden wir reife und freie Menschen. Auch in der Reiki-Welt gibt es solche Spielzeuge, die vom Eigentlichen ablenken solange wir sie nicht als Spielzeug erkannt haben.

Source-Reiki ist in dieser Hinsicht kompromisslos. Als ein freies System für freie Menschen rät es zum Verzicht auf alle Spielzeuge.

Wenn wir uns mit den Grundlagen und Regeln von Ritualen, mit ihrem Sinn und Zweck vetraut machen, dann werden Rituale zu Werkzeugen, die verantwortlich angewandt werden wollen. Doch auch dann sollten wir nicht vergessen, dass wir selbst doch als Werkzeug der Quelle in diesem Geschehen mitwirken.

Was ist mit Standardabläufen wie den Handpositionen?

Standardabläufe und Vorgaben erleichtern grundsätzlich das Erlernen von neuen Fertigkeiten. Das ist auch bei Reiki nicht anders. Ein Schema von Handposition erlaubt es uns, in einem gegebenen Rahmen mit dem energetischen Umgang erst einmal vertraut zu werden. Das lässt sich vergleichen mit den Blättern auf denen wir in der ersten Grundschulklasse das Schreiben üben. Die vorgegebenen Linien helfen uns dabei, die noch unvertrauten Buchstaben zu malen. Wenn wir das Schreiben gelernt haben, können wir auf diese Linien verzichten. In diesem Sinne sind auch die Handpositionen und andere Standardabläufe Hilfsmittel, die wir später, wenn wir geübter sind und das Vertrauen in unser Gespür gewachsen ist, nicht mehr benötigen.

Wir lassen uns dann auf das Reiki-Geschehen jedes Mal aufs Neue mit leeren Händen ein. Ohne Argwohn und ohne Angst begegnen wir auf dem Weg zu uns selbst immer wieder voller Dankbarkeit einem freundlichen Universum.

Kann es bei Reiki-Anwendungen zu einer Übernahme von Beschwerden kommen?

Das hängt zum Teil von unseren Erwartungen ab. Viele Geistheiler haben von solchen Symptomübernahmen berichtet und auch manche Reiki-Anwender brauchen anscheinend so eine Übernahme der Beschwerden, um sich zu beweisen, dass da tatsächlich etwas passiert ist. Ohne diese Annahme kommen Symptomübernahmen kaum vor. Bei Reiki heißt es im allgemeinen, dass wir durch die Einweihung davor geschützt seien, daher ist dieses Phänomen relativ selten, weil eben nicht vorprogrammiert. Wenn es aber trotzdem einmal geschieht, haben viele Reiki-Anwender keine Erklärung dafür – da es ja nicht „sein dürfte“.

Tatsächlich funktioniert aber das Resonanzprinzip, welches auch bei der Reiki-Aktivierung zum Tragen kommt, in beide Richtungen. Das bedeutet, dass wir bei „Themen“, die für uns selbst noch nicht abgeschlossen sind, möglicherweise anfangen zu reagieren – mitzuschwingen. Unsere Verbundenheit, die auch die Einweihung möglich macht, ermöglicht ebenfalls solche Reaktionen. Erinnern wir uns daran, dass Heilung immer Selbstheilung ist. Wenn also nach einer Anwendung etwas bei uns „hängen bleibt“, dann ist dies tatsächlich ein Hinweis auf eine unerledigte Angelegenheit bei uns, die für ihre „Lösung“ unsere Aufmerksamkeit einfordert. Für einen solchen Hinweis sollten wir eigentlich dankbar sein.

Ist Source-Reiki kraftvoller als Usui-Reiki? Ist es eine neue und andere Energie?

Ich habe viele Jahre mit dem Usui-System, das ich gelernt habe, gearbeitet und es gelehrt. Ich würdige Mikao Usui als den Wiederentdecker dieser Energie und als Stifter seines Systems. Ebenso bin ich mir bewusst, dass ohne diejenigen, die Usuis System weitergetragen haben, Reiki vielleicht nie bewusst in mein Leben und das so vieler anderer getreten wäre. Ohne Mikao Usui und den von ihm entdeckten Zugang zur Quelle der Heilung wäre ich heute ein anderer und auch Source-Reiki gäbe es nicht. Der alte Satz aus den Wissenschaften „Wir stehen auf den Schultern von Giganten [nämlich unseren Vorgängern]“ behält also seine Gültigkeit. Das hat aber nichts mit der oft beschworenen und verklärten „Reiki-Linie“ zu tun. (Fußnote 5) Wir sind an das ganze Universum und die Quelle selbst angeschlossen. Mein Engagement gilt Reiki - nicht einer bestimmten Linie oder Tradition. Doch in diesem lebendigen Netz der Verbundenheit, das wir zunehmend bewusst erleben dürfen, sind wir mit und durch Reiki EINS – egal welcher Linie wir angehören mögen. Es geht nicht um Linien und Traditionen. Es geht darum, dass du, ich und die Menschen, die mit uns verbunden sind, heiler werden.

Ich würde Source-Reiki einfach als ein angemesseneres und zeitgemäßeres System bezeichnen. Als eine Art des Umgangs mit der universellen Lebensenergie, dessen Erscheinen ich mittlerweile als schon lange überfällig empfinde. Wenn sich die universelle Lebensenergie oder die Reiki-Aktivierung kraftvoller, eindeutiger oder von höherer Frequenz als bisher anfühlen (und so ist es für mich tatsächlich), dann nicht weil es eine andere Energie wäre, sondern weil wir der universellen Intelligenz nicht mit unserem eigenen Wollen bei ihrer Arbeit im Wege stehen.

Reiki ist für mich an sich schon eine Bezeichnung für die höchste Energie mit der wir verbunden sind und an der wir teilhaben, ja, die wir sein können. Beim Source-Reiki ist es wesentlich, die Energie nicht durch Glaubenssätze, zielorientierte Erwartungen oder Zeremonien (kurz: mit unserem „Firlefanz“) in ihrer Wirksamkeit (und in unserer Wahrnehmung der Energie) zu begrenzen. In dieser Zurücknahme erfahren wir eine höhere Frequenz derselben Energie, mit der wir es auch in jedem anderen Reiki- oder sonstigem „Energiesystem“ zu tun haben.

Kannst du das Source-Reiki-System noch einmal mit wenigen Worten charakterisieren?

Source-Reiki ist Reiki abzüglich allen Hokuspokus’, unnötigen Brimboriums und schlichten Humbugs, wodurch es „leider“ überhaupt nicht mehr wie das Usui-System oder eines der anderen Systeme aussieht und daher einen eigenen Namen benötigt. ;-)

Im Ernst: Source-Reiki ist verblüffend einfach und unaufwändig in der Weitergabe und Anwendung, da es auf alles Hinderliche verzichtet und sich stattdessen auf das Wesentliche ausrichtet. Es gibt keine Grade, keine Meister, keine Symbole, keine Zeremonien, keine Patentrezepte – sondern nur einen gleichzeitig pragmatischen und unsentimentalen als auch spielerischen Umgang mit der Energie. In diesem Sinne ist es also eher ein „Nicht-System“, da es alles Formelhafte und Schematische bei der Anwendung vermeidet. Stattdessen gibt es unterstützende Strukturen, die es uns erlauben, von Anfang an als bewusste und aufmerksame Partner in der Heilung am Reiki-Geschehen teilzunehmen.

Was sind die Quellen für Source-Reiki?

Ich hatte ja schon zu Beginn erwähnt, dass ich mich nicht für den Schöpfer dieses Systems halte. Für mich stellte es sich so dar, dass ich Inspiration, Kraft und Informationen aus einer anderen Ebene als unserer alltäglichen Wirklichkeit erhielt. Auch wenn ich für den/die eigentlichen Urheber keinen „besseren“ Namen habe als „Die Quelle“ (und ich möchte jetzt auch nicht den nächstbesten „aufgestiegenen Meister aus Atlantis“ oder eine Gruppe von E.T.s dafür heranziehen, auch wenn dies für Manche „attraktiver“ klänge), so ist mir dieses Geschehen doch nicht fremd.

Mit 17 oder 18 Jahren habe ich etwas Vergleichbares zum ersten Male bewusst erlebt und es hat mich und mein Leben deutlich verändert, indem es mich aus einer Phase starken Selbstzweifels unmittelbar und sofort in die Bewusstheit des „Ich bin OK.“ brachte, die mich seitdem auch in meinen dunkelsten Stunden nie mehr verlassen hat. Einige Jahre später habe ich regelmäßige „Durchgaben“ dieser Art erhalten, die ich eine Weile mitgeschrieben habe (und die auch beim Wiederlesen nach mehr als 20 Jahren noch einen Sinn ergaben.) Nach einer Weile habe ich meine Aufmerksamkeit allerdings wieder davon abgezogen, da mir damals noch das Vertrauen in diesen (durchaus wohlwollenden) Prozess und seine unbekannte Quelle fehlte.

Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder solche Hilfe bekommen, wenn es um wichtige Entscheidungen in meinem Leben ging. Manchmal war es eine für mich hörbare Stimme, manchmal aber auch ein Gedanke, der ohne erkennbare Geschichte und oft in völligem Widerspruch zu vorangegangenen Überlegungen auftauchte. Immer war der Kern der Sache vollkommen klar, ließ nicht den geringsten Zweifel zu und zeitigte umgehend Konsequenzen in meinem Leben.

Gelegentlich bekam ich auch klare Hinweise in meinen Träumen. Mit Reiki hätte ich mich beispielsweise sehr wahrscheinlich gar nicht beschäftigt, wenn das Wort 'Reiki' nicht in drei aufeinander folgenden Nächten im Traum aufgetaucht wäre. Sonst nichts, nur dieses Wort. Ich hatte von Reiki zwar schon zuvor gehört, aber es hatte mich nicht im Geringsten interessiert – ich hatte es sogar als New-Age-Mode abgelehnt.

Dann gab es auch noch die vielen kleinen „Zufälle“ im Alltag, die in solch einer unwahrscheinlichen Häufung zusammenkamen und zu Ergebnissen führten, die im Rückblick eine Absicht erkennen ließen. Gerade, wenn diese Ergebnisse auf irgendeine andere Weise gar nicht hätten zu Stande kommen können. Auch solche Ereignisse änderten den Kurs meines Lebens auf deutliche Art, manchmal um 180 Grad.

Mittlerweile kann ich diesen vielfältigen „Einflüssen“ und Hinweisen vertrauen, da sie in jedem einzelnen Fall von einem unglaublichen Wohlwollen getragen waren, selbst wenn das zunächst gar nicht danach aussah. So habe ich auch bei der „Geburt“ von Source-Reiki nach anfänglichem „Erschrecken“ einfach vertraut, zumal hierbei das Wohlwollen und auch eine gewisse „Eindringlichkeit“ von Anfang an unmittelbar spürbar waren und keinen Zweifel zuließen. Tatsächlich hat mich dieser Prozess selbst energetisiert (wie eine eigenständige Einweihung) und mir sowohl die Kraft als auch den Mut gegeben um dabeizubleiben.

Vielleicht hat hier Reiki mit sich selbst gekreißt und sich dabei neu geboren. Dabei habe ich gewissermaßen den energetischen Überschuss abbekommen um die „Geburtswehen“ auf dieser Ebene begleiten zu können. Ich weiß, dass das „Konzept“ von Source-Reiki vielen aus der Seele sprechen wird, in anderen Kreisen wird es sicher weniger freudig begrüßt werden. Auch ich hatte zunächst bei manchen Eingaben Schwierigkeiten, mich damit anzufreunden und von so mancher lieben Gewohnheit zu verabschieden. Ich gehe aber davon aus, dass auch Mikao Usui „sein“ System auf ähnliche Weise in die Welt brachte. Irgendwie fällt mir dabei auch Martin Luthers Satz ein: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

Sind das alle Quellen?

Nun, selbst wenn Source-Reiki einer anderen, höheren Ebene entstammt, wovon ich überzeugt bin, so spielen meine eigenen Erfahrungen und die Themen, mit denen ich mich in den letzten Jahren und Jahrzehnten beschäftigt habe, sicherlich eine Rolle bei dieser Entwicklung. Auch die „Universelle Intelligenz“ kann nur mit dem „Material“ arbeiten, das sie vorfindet. Das mag sich vielleicht nach einem außergewöhnlichen Vorgang anhören – ich bin aber davon überzeugt, dass wir Menschen uns grundsätzlich und immer als „Außenposten“ bzw. verlängerten Arm der Quelle betrachten können. Fraglich ist nur, in wie weit uns dies bewusst ist. „Gott braucht für seine Wunder menschliche Hände.“, heißt es. So halte ich also auch mein Interesse an bestimmten Themen in diesem Sinne für „gelenkt“.

Welche Themen waren das?

Zuerst einmal habe ich mich natürlich mit dem Usui-System aber auch anderen Wegen der geistigen/energetischen Heilung beschäftigt. Hierbei war mir die Auseinandersetzung mit der wachsenden Literatur zum Thema genau so wichtig, wie der internationale Austausch mit Reiki-Kollegen, aber auch mit meinen „Schülern“.

Prägend für meinen Weg mit Reiki - und deshalb gehe ich hier etwas ausführlicher darauf ein - war auch meine langjährige Freundschaft mit dem amerikanischen Reiki-Lehrer Rev. Joseph „Running Wolf“ Sparti, dem Gründer der Global Reiki Masters Association (GRMA), der ich seit 1998 angehöre. Anliegen der GRMA ist es, die Einfachheit von Reiki zu betonen, Informationen über Reiki öffentlich und Hinzufügungen anderer Systeme kenntlich zu machen. Eine wesentliche Absicht der GRMA ist es aber auch, den Zugang zum Reiki-Meister-Grad zu erleichtern. Die GRMA hat die Inhalte des Usui-Systems sowie seine Grad-Struktur nie formell in Frage gestellt - obwohl Wolf, so wie ich, von der Existenz lediglich eines „Grades“ ausgeht. Die GRMA hat aber diese Struktur gewissermaßen „unterlaufen“, indem sie einmal im Monat kostenlose Ferneinweihungen bis zum Meistergrad ohne jegliche Vorbedingungen angeboten hat. Wolf und die GRMA haben diesen Ansatz nie als eigenständiges und deutlich unterschiedenes System betrachtet, daher war der Protest „traditioneller“ Reiki-Lehrer nicht überraschend. Seit Wolf vor ein paar Jahren die an sich kostenfreien Ferneinweihungen mit der kostenpflichtigen Mitgliedschaft in der GRMA verbunden hat, ist es um die GRMA eher ruhig geworden.

Meine eigenen Zweifel an diesem Ansatz tauchten auf, als mir auffiel, dass einer dieser von 0 auf 100 ferneingeweihten Reiki-Meister, schon am nächsten Tag sein „Seminargeschäft“ startete, anstatt erst einmal eigene Erfahrungen mit Reiki zu machen. Eine von ihm wiederum ferneingeweihte Schülerin gründete später ihr „noch besseres Reiki-System“, das eine Kontrolle über die Energie versprach und betrachtete sich seitdem als eine Art „Übergroßmeisterin“. Das war zwar ein Einzelfall, aber doch eine Entwicklung, die ich nicht begrüßen konnte. Mein Freund Running Wolf und die GRMA haben mir dennoch wesentliche Impulse zum „Geist des Reiki“ vermittelt.

Nach einer überraschenden und transformierenden Erfahrung im Sommer 2000 habe ich mich intensiv mit Advaita-Vedanta und Jnana-Yoga, insbesondere in den Darstellungen von Ramesh Balsekar und seinem Guru Nisargadatta Maharaj sowie in den Texten von Ramana Maharshi, beschäftigt. Diese „Beschreibungen“ scheinen meinem eigenen Erleben und Verstehen heute am ähnlichsten zu sein.

Dem vorausgehend und begleitend tauchte ein Interesse an den neueren Ergebnissen der Hirnforschung, der Neurobiologie und der Neuropsychologie (u.a. Wolf Singer und Gerhard Roth) auf, die mir meine „subjektiven Eindrücke“ bestätigten. Auch die Neue Physik geriet in mein Blickfeld.

Kurz gesagt behauptet die Hirnforschung überzeugend und experimentell belegbar, dass es keinen „freien Willen“ geben kann, da unser Verhalten ebenso wie der Eindruck, so etwas wie ein „Ich“ zu haben, das Ergebnis sich selbst organisierender neuronaler Prozesse ist. Das war eine alte philosophische Streitfrage, die bislang nicht entschieden werden konnte. Nach der jahrtausendealten Lehre des Advaita-Vedanta gibt es tatsächlich niemanden, der diesen freien Willen überhaupt haben könnte, da alles (ein) Bewusstsein ist, das sich aber in jedem einzelnen fühlenden Wesen mit diesem identifiziert. Sowohl die Gehirnforschung als auch Advaita erklären, warum der Eindruck, ein Ich und einen freien Willen zu haben, trotzdem zwingend ist – wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen. Trotzdem treffen sich hier Naturwissenschaft und Mystik (spirituelle Wissenschaft) an einem entscheidenden Punkt, der uns aus unserer gewöhnlichen Sicht erst einmal kaum annehmbar erscheint. Mir fällt dazu der augenzwinkernde Spruch ein: „Ja, die Wahrheit mag uns frei machen - aber vorher tritt sie uns noch einmal gehörig auf die Zehen.“

Es gibt nur das Selbst (Brahman), nur das Selbst ist wirklich.“ ist die Grundaussage Ramana Maharshis. „Die Welt ist Illusion. Es gibt nur Brahman. Brahman ist die Welt.“ lautet seine verblüffende Zusammenfassung, die nur intuitiv verstanden werden kann – da sie unserer gewohnten aristotelesschen Logik komplett zuwiderläuft.

Die Neue Physik, insbesondere die Super-String-Theorie, und ihre Vorstellungen und Konzepte über „das Wesen der Wirklichkeit“ ermöglichen einen Blick auf das „Netz der Verbundenheit“ auf fundamentaler Ebene. Auf dieser Ebene der kleinsten Teilchen (Strings), die schon gar keine materiellen Teilchen mehr sind, scheint das Universum weniger aus festem Stoff zu bestehen als vielmehr mit Musik, mit einer großen Swing-Symphonie, vergleichbar zu sein. Dies ist das Bild eines Universums, das sich aus den Schwingungen seiner Bestandteile, ständig neu erschafft und materialisiert. Die Super-String-Theorie beschreibt, über die uns bekannten drei räumlichen Dimensionen hinaus, ein Universum von (mindestens) elf Dimensionen (zehn Raum-Dimensionen plus eine Zeit-Dimension.) Die zusätzlichen sieben Raum-Dimensionen können wir uns, als in die uns vertrauten drei Dimensionen eingefaltet, vorstellen. Zudem wird unser Universum nicht als das Einzige angenommen, sondern nur als eines aus einer unbekannten Anzahl von Universen - zu denen es Verbindungen geben muss.

Neben den Beschreibungen der Neuen Physik (schon seit der Quantentheorie) klingen so manche New-Age-Mythen vergleichsweise harmlos.

Im Zusammenhang mit meinem Interesse an den Wissenschaften und an spiritueller Entwicklung steht auch meine langjährige Beschäftigung mit dem Werk des amerikanischen Philosophen und interdisziplinären Denkers Ken Wilber. Seine Arbeit ist zu umfangreich und vielschichtig um sie im Rahmen dieses Handbuchs angemessen zu würdigen. Kurz gesagt befasst sich Wilbers Werk mit der Zusammenführung von Wissenschaft und Religion, der Erfahrungen der Mystiker und der Meditation mit denen der modernen Forschung. Sein Ziel ist es, eine leicht verständliche "Landkarte des inneren Landes" zu erstellen. Ken Wilber gilt als einer der Hauptvertreter der Transpersonalen Psychologie und als Begründer einer neuen Richtung der Psychologie - der "Integralen Psychologie". Eine seiner großen Errungenschaften ist die Fortschreibung der Traditionen der Philosophia perennis, indem er eine Theorie der spirituellen Evolution mit verschiedenen Arbeiten zu dieser Richtung verbindet. Wilbers Schriften sind darüber hinaus Versuche zu beschreiben, wie sich nonduales Bewusstsein in der Zeit verändert.

Zuletzt möchte ich als Einfluss noch den Hawaiianischen Schamanismus (Huna) nach Serge Kahili King nennen, mit dem ich mich seit 1993 beschäftigt habe und der mein Denken und Empfinden ganz gewiss deutlich mitgeprägt hat. Die hawaiianischen Beschreibungen der Energie als Mana erscheinen mir zum Beispiel um einiges klarer, nachvollziehbarer und vollständiger als die meisten östlichen Anschauungen des Chi/Ki als bloß eine subtile Lebensenergie. Der Hawaiianische Schamanismus versteht, zusätzlich zu dieser Bedeutung, unter ‚Mana’ unser gesamtes Vermögen an körperlichen, emotionalen und geistigen Fähigkeiten, aber auch beispielsweise unseren materiellen Besitz und unsere unterstützenden Beziehungen. Kurz gesagt: Mana ist all das, was uns befähigt und ermächtigt, etwas zu bewirken. So verstanden würde man das Wort ‚Mana’ besser mit ‚Macht’ (im Sinne von ‚Vermögen’) als mit ‚Energie’ übersetzen.

Die Beschäftigung mit dem Hawaiianischen Schamanismus - mit seiner Lebensfreude und Abenteuerlust - hat bei mir zu einer Verbundenheit mit der hawaiianischen Lebensart und Kultur, und hierüber auch zu einer stärkeren Verbundenheit mit dem „Netz des Lebens“ und meinen Mitmenschen geführt.

Das Interesse an spirituellen Themen, und damit an Fragen nach meinem wahren Selbst und dem Wesen der Wirklichkeit, ziehen sich seit frühester Jugend durch mein Leben. Dies ist der deutliche „rote Faden“, den ich sehen kann – und alle anderen Lebensbereiche, wie Kunst, Familie und Arbeit, stehen für mich in direktem Zusammenhang damit. Im Rückblick erscheint mir nichts mehr überraschend oder zufällig, sondern folgerichtig und absichtsvoll gewesen zu sein - auch in allem, was mir zunächst als Blockade oder Hindernis erschien. Die „Quelle“ hat mich um 1977 herum auf die Suche nach sich selbst geschickt und diese Suche im Sommer 2000 enden lassen – auch wenn mein Weg und meine Entwicklung weitergehen. Seitdem empfinde ich mein Leben als ein endloses Fließen der Quelle. Ich betrachte das nicht als „meinen“ Verdienst, sondern empfinde es eher als Gnade und fühle eine große Dankbarkeit.

Alles hat seine Zeit. Für Source-Reiki ist jetzt die Zeit gekommen.

Ich wünsche mir, dass sich dieser neue Zugang zur Quelle der Heilung ohne Begrenzung verbreiten möge, damit den Menschen auf ihrem Weg nach Hause Flügel wachsen.


1) Auch beim Usui-System habe ich etwa vier Wochen vor meinem Kurs zum ersten Reiki-Grad etwas Ähnliches erfahren. Während ich in einem Reiki-Buch las, begriff ich, dass die Quelle der Energie keinerlei Bedingungen stellte – nicht einmal die, eine Einweihung erhalten zu haben. Dieses Verständnis stellte ich natürlich bei erstbester Gelegenheit auf die Probe – und dieser Test verlief erfolgreicher, als ich gehofft hatte. Die schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens verschwanden nach etwa 90 Sekunden. Ich war mit der Einstellung „Schlimmstenfalls passiert nichts.“ an die Sache heran gegangen, und das war vermutlich von Vorteil. Trotzdem war ich nun neugierig genug, um das Usui-System auch lernen zu wollen, anstatt selbständig weiter zu experimentieren. Die Reiki-Aktivierung während eines Seminars (siehe oben für die Gründe) ist dennoch die von mir empfohlene und bevorzugte Variante.

2) Rückenpositionen werden nicht benötigt, da der Körper für Reiki kein Hindernis darstellt.

3) Als Zusatzpositionen gelten die Hand- und Fußchakren, sowie die Gelenke an den Extremitäten.

4) Das geplante Buch wird auf die „Essenz der Symbole“ im Einzelnen eingehen und sie an Hand.der chinesischen Schriftzeichen herausarbeiten.

5) Ich erinnere hier an das Beispiel mit den brennenden Kerzen im Abschnitt über Einweihungen. Es ist wirklich nicht nötig, sich die Reihenfolge der Kerzen zu merken, die vor unserer entflammt wurden.

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