Das Reiki-Geschehen oder Was ist Heilung?

 

Was ist Reiki?

Ein Arzt, Heilpraktiker oder ein Masseur behandeln den physischen Körper ihres Patienten. Mit Reiki arbeiten wir ausschließlich im Bereich des Energiekörpers. Aspekte des Energiekörpers, die jedem bekannt sein dürften, sind beispielsweise Emotionen und innere Haltungen (Einstellungen.) Diese Aspekte haben ihrerseits Einfluss auf das körperliche Befinden – und umgekehrt. Obwohl mit Reiki also keinerlei körperliche Manipulation erfolgt, ist ein das Wohlbefinden fördernder Einfluss möglich, da der Zustand des Energiekörpers auf den des physischen Körpers gewissermaßen „durchschlägt“. Auch gibt es Befindlichkeiten, die sich auf körperlicher Ebene überhaupt nicht „festmachen“ lassen, dennoch aber unzweifelhaft schmerzhaft sind. Hierbei befindet sich die Verletzung auf der Ebene des Energiekörpers und erfordert daher energetische Heilung. Möglichkeiten der „Energie-Medizin“ gibt es viele. Reiki ist eine davon. Das Wort ‚Reiki’ selbst stammt aus Japan und wird üblicherweise mit ‚Universelle Lebensenergie’ übersetzt.

Das Reiki-Geschehen

Bei Source-Reiki verstehen wir das Reiki-Geschehen als einen energetischen Prozess, der in den miteinander interagierenden Energiekörpern aller Beteiligten stattfindet. (Vielleicht geschieht das in den zusätzlichen sieben räumlichen Dimensionen, von denen die Super-String-Theorie der neuen Physik als gegeben ausgeht. Auch wird auf Quantenebene zwischen Materie und Energie nicht unterschieden.) Source-Reiki handelt davon, uns dieses Geschehens bewusst zu werden indem wir die Energie in unsere Wahrnehmung einladen und dadurch am Reiki-Geschehen teilhaben. Wir manipulieren die Energie nicht, wir schicken sie nicht irgendwohin – das kann die universelle Intelligenz besser als wir – wir bleiben lediglich auf Empfang für die Wahrnehmung der Energie.

Hieraus folgt ein grundsätzlich anderes Verständnis vom Reiki-Geschehen als bisher. Wir empfangen Reiki nicht aus einer externen Quelle und lassen es dann durch uns an eine Stelle fließen, an der es noch nicht ist. – Reiki durchströmt uns schon und alles, was ist, ebenso. Wir müssen uns nicht erst darum bemühen. Wir werden uns aber gewahr, wie in einer Reiki-Sitzung unsere Energiekörper miteinander in Verbindung stehen und aufeinander reagieren. Durch unsere aufmerksame Teilnahme am Geschehen und unser Bewusstsein dieser Vorgänge, werden unter Führung der universellen Intelligenz - die in uns allen wohnt - Veränderungen bewirkt.

Genau genommen müssen wir bei diesem Geschehen von mehreren sich überlagernden Prozessen sprechen: die jeweiligen eigenen Prozesse der Partner, sowie ihr gemeinsamer Prozess – und die Einbindung dieser Prozesse in das globale und universale Geschehen. Denn in der Einheit gibt es keine wirkliche Trennung. Wir alle sind in das große Ganze eingebunden, und jede Veränderung verändert auch das Ganze. An diesen Prozessen können wir als Partner in der Heilung teilhaben, ohne das Geschehen im einzelnen unterscheiden und verstehen zu müssen.

Nur dein eigener Prozess ist hierbei wirklich deine Angelegenheit. Der Prozess deines Partners ist seine Angelegenheit – und der übergeordnete Prozess entzieht sich sowieso unserer Sicht, ist gewissermaßen „Gottes Angelegenheit“. Aus dem Gesagten sollte klar ersichtlich sein, dass, aus welchem Grund auch immer ein Reiki-Prozess mit einem Partner stattfindet, deine Angelegenheit immer in deiner eigenen Heilung besteht. Wir „heilen“ den Anderen dadurch, dass wir uns selbst heilen. Warum? Weil wir auf einer tieferen Ebene eins sind.

Wir lassen uns dabei einfach von unseren Wahrnehmungen (insbesondere in unseren Händen) und den Reaktionen unseres Partners leiten und überlassen alles Weitere der Quelle (Source).

Wir sind uns bewusst, das der Reiki-Prozess auch mit demselben Partner immer wieder neu ist und nie eine Wiederholung darstellt, die wir mit einer vorhergehenden Sitzung vergleichen könnten. Auch kann jemand Anderer mit dem selben Partner etwas ganz anderes erleben, weil es ein wieder neuer Prozess ist. Hier gibt es kein Vergleichen, kein besser oder schlechter - nur einen gleichberechtigten Austausch von Erfahrungen.

Niemand steigt zweimal in den selben Fluss.“ - Heraklit

Warum „funktioniert“ Reiki?

Mit Reiki machen wir oft genug die Erfahrung, dass Reiki fließt, auch wenn wir oder unser Partner zweifeln. Der Reiki-Prozess scheint also nicht auf unseren Glauben an ihn angewiesen zu sein.

Das Universum besteht auf fundamentaler Ebene (auch nach den Erkenntnissen der neueren Physik) aus schwingender Energie. Die Art der Schwingung bestimmt dabei die Identität eines Teilchens. Wir nennen diese Energie Reiki. Sie liegt allem, was ist, zu Grunde und reagiert auf Aufmerksamkeit und Bewusstsein, weil sie selbst Bewusstsein ist. Störungen und Krankheiten sind die Folge von Blockaden im Fluss dieser Energie – in etwa so, wie ein stehendes Gewässer über kurz oder lang modrig wird. Diese Energieblockaden sind das Ergebnis physischer oder mentaler Anspannung bzw. Verkrampfung. Die wesentliche Wirkung von Reiki ist die Spannungsverminderung auf energetischer Ebene die als Tiefenentspannung erlebt werden kann. Die Quelle möchte sich frei verströmen. Energie soll ungehindert fließen – in uns hinein, durch uns hindurch, und auch wieder aus uns heraus. Hieran können wir als aufmerksame Partner im Reiki-Prozess teilnehmen. Unsere Aufmerksamkeit, geführt von unserem Gespür für die Energie und unter der Leitung der universellen Intelligenz, bewirkt Veränderungen. Wir müssen nicht wissen, wie diese Veränderungen im Einzelnen geschehen, um uns gewiss zu sein, dass sie geschehen. Wir betrachten uns in diesem Geschehen als ein leeres Gefäß, bereit, die universelle Lebensenergie aufmerksam zu empfangen.

Da unsere Aufmerksamkeit und unsere Bewusstheit entscheidend sind, können wir mit zunehmender Vertrautheit bemerken, dass unsere Hände weniger wichtig sind, als wir anfangs dachten. Unsere Hände sind lediglich unser einfachster Zugang zur Wahrnehmung dieser Energie - mit zunehmender Geübtheit aber nicht mehr der einzige. Für manche mag das neu sein, aber wir können Reiki nicht nur in den Händen spüren, wir können es auch sehen und hören. Vermutlich erscheint es sogar in allen unseren Sinnen auf eine bestimmte Weise.

Wir können auch erkennen, dass der Reiki-Prozess ein fortlaufender ist. Er hört nicht auf, wenn wir die Reiki-Sitzung für beendet erklären. Während der Sitzung richten wir unsere Aufmerksamkeit auf diesen Prozess und nehmen bewusst daran teil. Wir tauchen als bewusste Mitspieler in diesen Ozean von fließender und schwingender Energie ein. Aber den Reiki-Prozess selbst hat es schon vorher gegeben und er wird auch danach weiter gehen. Auch unsere Heilung und die unseres Partners setzt sich nach der Reiki-Sitzung fort.

Was ist Heilung?

Unter Heilung verstehen wir eine andauernde Entwicklung hin zur Ganzheit. Heil sein bedeutet ganz sein. Solange wir leben (und vermutlich auch danach) befinden wir uns auf dem Weg dorthin. Heilung wird also als ein andauernder Prozess verstanden – und in diesem Verständnis ist es möglich, unsere verständliche Ergebnisorientiertheit loszulassen. Die „Zwischenergebnisse“ unterstehen nämlich der Weisheit der Quelle, die unser menschliches „Wissen“ weit übersteigt. Manchmal stimmt unser Gespür mit diesen Ergebnissen überein - das, was wir fühlen, das bewirkt werden soll, tritt tatsächlich ein. Oft wird „Heilung“ für uns aber auch nicht offensichtlich, weil sie anders auftritt als vermutet oder erhofft. Manchmal können wir das „größere Bild“ erst im Rückblick erahnen und eine vorgebliche Enttäuschung erweist sich doch noch als Segen. Dieses größere Bild können wir mit unserem Verstand letztlich nicht überblicken. Wir können nur, durch Erfahrung weiser geworden, darauf vertrauen, dass die universelle Intelligenz (welchen Namen wir ihr auch geben) letztendlich immer im Sinne unseres höchsten Wohles wirkt - dass Heilung immer geschieht, auch wenn wir sie manchmal nicht sofort erkennen können oder sie anders erscheint, als wir sie uns vorgestellt haben.

Auf tiefster Ebene verstanden, bedeutet Heilung die Beseitigung einer Blockade, die uns davon abhält, das Universum als vollkommen und wohlwollend zu erkennen. Inwiefern sich diese Blockade als körperliches Symptom manifestieren mag, ist eine andere Frage. So betrachtet, benötigen wohl die meisten von uns Heilung.

Wenn wir auch nur eine kleine Ahnung davon haben, was Heilung ist und wie sie vonstatten geht, so fällt doch auf, dass wir, wenn wir ehrlich bleiben wollen, vage und vielleicht unverbindlich erscheinende Beschreibungen nicht vermeiden können. Jede Krankheit kann auf Reiki ansprechen, sich verbessern, wesentlich verbessern oder sogar ganz verschwinden. Kann - denn aus einer höheren Warte betrachtet kann die Krankheit für den betreffenden Menschen auch durchaus ein Segen sein. Symptomfreiheit ist nicht alles. Manchmal stellt eine Krankheit für den fälligen „Entwicklungsschritt“ eines Menschen eine auf seelischer Ebene willkommene Hilfestellung und einen not-wendigen Anlass dafür dar. Aus dieser Sicht kann auch der am Ende unvermeidbare Tod als ein weiterer Schritt auf dem Weg des Betreffenden betrachtet werden. Mit Reiki können wir hier vielleicht dazu beitragen, den Sinn in der Krankheit anzuerkennen und unser Schicksal so zu akzeptieren, wie es auf uns zukommt.

Dieses Verständnis vorausgesetzt, versprechen wir weder uns noch unserem Partner in der Heilung bestimmte Ergebnisse. Wir verhalten uns auch im Reiki-Geschehen nicht ergebnisorientiert. Aber wir halten Alles für möglich - in dem Bewusstsein, dass die Quelle weiser und wohlwollender ist, als wir es uns mit unserem begrenzten Wissen vorstellen können und unsere Hoffnungen sogar übertreffen mag, wenn wir nicht auf bestimmten Ergebnissen beharren. Nach Möglichkeit machen wir uns deshalb erst gar keine Vorstellung vom Ergebnis einer Reiki-Sitzung und hegen und wecken auch keine entsprechenden Erwartungen.

Keine Diagnosen

Wir stellen keine Diagnosen (es sei denn, wir wären als Arzt oder Heilpraktiker dazu befugt, befähigt und beauftragt.) Im Allgemeinen ist es sogar von Vorteil, wenn wir über vorliegende medizinische Diagnosen unseres Partners nicht Bescheid wissen, da wir uns dann weniger Vorstellungen machen und uns unbelastet und weniger voreingenommen auf den Prozess einlassen können.

Im Reiki-Geschehen, in unseren Wahrnehmungen, in den Bewegungen unserer Arme und Hände und in den Reaktionen unseres Partners suchen wir nicht nach Bedeutungen. Solche angenommenen Wertigkeiten sind eine Art „Diagnose durch die Hintertür“, die uns oder unserem Partner eine „Kompetenz“ vortäuschen sollen, die wir in diesem Prozess gar nicht haben können und uns darüber hinaus den Anschein einer (unangemessenen) Wichtigkeit verleihen. Auch kann sich in dieser Bedeutungssuche unser Bedürfnis zeigen, doch wieder „die Kontrolle“ über das Geschehen zu bekommen. Diese Kontrolle liegt aber, wie nicht oft genug betont werden kann, nicht bei uns, sondern bei der Quelle der Energie. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, sich mit den Sätzen „Ich habe keine Ahnung.“ und „Ich weiß es nicht.“ anzufreunden.

Es ist als Reiki-Anwender auch nicht unsere Aufgabe, uns in etwaige bestehende Medikationen und Behandlungspläne einzumischen. Wir sind keine Mediziner und wir wollen auch nicht den Anschein erwecken, wie Mediziner zu handeln oder Reiki wäre gar eine medizinische Maßnahme. Im Gegenteil werden wir bei auffälligen Symptomen auf die Notwendigkeit hinweisen, einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. In diesem Zusammenhang machen wir aus Reiki und unserem Tun auch kein Geheimnis und sind für evtl. Fragen von Angehörigen der Heilberufe offen.

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